Massives Polizeiaufgebot macht Nazis den Weg in Hannover frei

Antifaschistisches Aktionsbündnis Hannover verurteilt das massive Polizeiaufgebot: „Erst Pfefferspray und Polizeiknüppel gegen Antifaschist_innen machen den Naziaufmarsch möglich“. Antifaschistischer Block auf Bündnisdemo vorzeitig aufgelöst.

Am heutigen Samstag, den 12.09.2009 kam es am Rande des Naziaufmarsches in Hannover zu Polizeigewalt gegen Nazigegner_innen. Erst demonstrierten ca. 3500 Menschen bei einer Demo des DGB gegen Nazis in Hannover. Der Antifa-Block wurde währenddessen aufgelöst und die Teilnehmer_innen aufgefordert direkt in Richtung der Nazis zu gehen. „Wir halten es für richtig den antifaschistischen Protest dort zu artikulieren, wo er hingehört auf und an die Route der Nazis. Eine Kundgebung weit ab dieser Strecke war für uns keine Option“ so Kerstin Oberbeck vom Antifaschistischen Aktionsbündnis Hannover.

Erst die Polizei sorgte dafür, dass die Nazis ihre rassistische und menschenverachtende Hetze weitgehend ungestört verbreiten konnten.
Antifaschist_innen und protestierende Anwohner_innen sahen sich einem massiven Polizeiaufgebot gegenüber, dass die Nazis schützen musste. Als sich an der Kreuzung Sallstrasse/Marienstraße einige hundert Menschen zusammen gefunden hatten, enterten Antifaschist_innen einen Balkon des Henriettenstifts und grüssten die anwesenden Protestierenden mit Fahnen der Antifaschistischen Aktion.

Doch bereits Schon vor dem offiziellen Ende der Demonstration gab es erste Versuche die Route der Nazis zu blockieren. Die Polizei ging um 12.15 Uhr gegen eine Gruppe von 50 Menschen mit Pfeffer- und CS-Gas vor.
Oberbeck dazu: „Antifaschist_innen und Anwohner_innen haben deutlich gemacht, dass sie sich den Nazis entgegenstellen wollen. Die Polizei hat diesen legitimen Widerstand verhindert und sich so zum Handlanger für die Interessen der Nazis gemacht.“

Während die Nazis also abgeschirmt von der Polizei marschieren können, meldet der Ermittlungsausschuss Hannover bis 15.30 Uhr 50 Fest- bzw. Ingewahrsamnahmen. Dabei handelt es sich zu einem fünftel um Minderjährige. Ihnen werden mehrheitlich Verstösse gegen das Versammlungsgesetz vorgeworfen.